Kontrapunktierte philosophische Melodie-Dialektik und zirkuläre bitonale Harmonik im Jazz
- Sommernachmittag, leicht angetrunken ;-)
- • Johannes Enders - Saxophon
• Achim “Wotan” Juhl - Bass
• Werner Friebel - Gitarre, ©
Sommernachmittag, leicht angetrunken
Der Nachmittag wiegt sich
lasziv lässig lächelnd
an mir vorüber / flimmert
nonchalant den Brudergruß,
zieht sich ein paar Wölkchen
durchs Hirn … träumt …
vielleicht von
women on the rocks
und brennt mir seine Geilheit
unter die heiße Haut
wf
























August 29th, 2009 at 20:01
Update: A paar Leut ham gfragt, warum denn zu diesem impressionistischen Musikstückerl das zugehörige gleichnamige Gedicht (aus dem “Balanceakt”) nicht dabei steht - ist hiermit nachgeholt ;-)
Tatsächlich entstanden Musik & Text am gleichen Nachmittag, als der US-Saxophonist Michael Green und ich vor Jahren mal an einem einsam-idyllischen Bergsee rumphilosophierten und so vor uns hinspielten - zur Studioeinspielung war der “Mike” allerdings schon wieder in den Staaten und der Johannes hat dafür netterweise diese Stimmungen über die Chords geblasen …
Dezember 25th, 2009 at 11:47
Weißt du eigentlich, wie grottenschlecht das Texterl ist? Davon fühlte sich dein “Dichterkollege” M. Kehle so angewidert, dass ers gleich in sein Blog kotzte. Und schreib doch bittschön auch deine Literaturkritiken so, dass es diesem Herrn und anderen “Kritikkritikern” nicht schon bei jedem leisen Hauch von Ironie den Denkerhut wegbläst. Zur Not machst halt immer schon nach’m ersten Satz ein Smiley, denn auch für die meisten deutschen Lese- und Dichter-Michel gilt die alte Journalistenwarnung:
“Ironie / versteht der Leser nie.”
Dezember 25th, 2009 at 12:49
danke - hat man mir schon gesteckt und weil Weihnachten ist, bin ich auch schon in mich gegangen ;-)
Aber mit den Smileys ist das so eine Sache, denn ein kluger Autor hat mal bemerkt, “dass die Verwendung von Ironiezeichen dem Ironischen gerade die Ironie entzieht, die ja darin liegt, die wahre Bedeutung der Aussage offen zu lassen. Das Ironiezeichen löst die Dissonanz zwischen Aussage und Bedeutung vorzeitig auf und verdirbt dadurch den spöttelnden Aspekt.”
Abgesehen davon ist ja wohl gerade beim “Sommernachmittag” das (selbst)ironische Spiel mit Macho-Gesten in leicht abgedrehtem Kiffer-Feeling so offensichtlich, dass man sich zur Interpretation nicht mal “ein paar Wölkchen durchs Hirn ziehen” muss.
Dezember 26th, 2009 at 18:35
Wie schwierig es ist, das Changieren zwischen Ironie und Ernsthaftigkeit in der Literatur zu erkennen, zeigt die jahrzehntelange Diskussion über den ironischen Gehalt im Werk Thomas Manns. Wenn sich die semantischen Bezugssysteme der Sprachspiele/ Metaphern nicht aus dem Textumfeld oder dem psychologischen Setting der Figuren erschließen lassen, bleibt manchmal nur die (geistreiche) Spekulation.
Hier was Erhellendes zur Ironieforschung am Beispiel Thomas Manns:
http://www.uni-bielefeld.de/lili/personen/seiler/drucke/ironie/forschung.html
Januar 9th, 2010 at 15:21
Wie gefährlich Ironie auf dem politischen Glatteis sein kann, erzählt Peer Steinbrück hier im aktuellen SZ-Interview:
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/340/499616/text/