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	<title>Kommentare zu: Nackt im Netz</title>
	<link>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/</link>
	<description>Notizen, Essays &#038; Reflexionen zu Kultur, Medien, Literatur und Gegenwartsphilosophie</description>
	<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 15:12:42 +0000</pubDate>
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	<item>
		<title>Von: wf</title>
		<link>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-10533</link>
		<author>wf</author>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 22:11:20 +0000</pubDate>
		<guid>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-10533</guid>
		<description>Den Untergang des Abendlandes durch die kulturelle Verwahrlosung im Internet befürchtet auch der britisch-amerikanische Unternehmer, Autor und Internet-Kritiker Andrew Keen in dem Buch "Die Stunde der Stümper". 
Die ums print-Überleben kämpfende New York Times rezensierte das Buch positiv und nannte es „ein scharfsinnig dargelegtes Klagelied“, während Kritiker Keen vorwerfen , mit substanzlosen und wenig strukturierten Provokationen Aufmerksamkeit erregen zu wollen, um den Marktwert seiner Person und seines Buches zu steigern.
Walter Delabar hat das 'Machwerk' auch gelesen und gibt in einer essayistischen Rezension Contra:

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=13012</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Den Untergang des Abendlandes durch die kulturelle Verwahrlosung im Internet befürchtet auch der britisch-amerikanische Unternehmer, Autor und Internet-Kritiker Andrew Keen in dem Buch &#8220;Die Stunde der Stümper&#8221;.<br />
Die ums print-Überleben kämpfende New York Times rezensierte das Buch positiv und nannte es „ein scharfsinnig dargelegtes Klagelied“, während Kritiker Keen vorwerfen , mit substanzlosen und wenig strukturierten Provokationen Aufmerksamkeit erregen zu wollen, um den Marktwert seiner Person und seines Buches zu steigern.<br />
Walter Delabar hat das &#8216;Machwerk&#8217; auch gelesen und gibt in einer essayistischen Rezension Contra:</p>
<p><a href="http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=13012" rel="nofollow"></a><a href='http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=13012'>http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=13012</a></p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Philosophische Schnipsel &#187; Was bleibt vom New Journalism?</title>
		<link>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-9850</link>
		<author>Philosophische Schnipsel &#187; Was bleibt vom New Journalism?</author>
		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 19:05:42 +0000</pubDate>
		<guid>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-9850</guid>
		<description>[...] So wurden etwa investigative und aufrüttelnde Reportagen über das Leiden der Minderheiten und den Aufstand der buddhistischen Mönche vorletzten Sommer in Birma  im &#8220;Irrawaddy&#8221; publiziert, einer online- und print-Zeitung mit literarisch ansprechendem Magazinteil, die zwar von Exilanten in London herausgegeben wird, aber auch von Autoren aus Birmas Innenperspektive mit &#8216;verbotenen&#8217; Texten gefüttert wird. Nur eins von vielen Beispielen, an denen sich erkennen läßt, wie der New Journalism im Web fortlebt, dabei aber durch die ständige Aktualisierungsmöglichkeit, die Interaktivität und Multimedialität zwangsläufig die Form ändert - zugunsten der Leser! Aber die Parallele des eingangs erwähnten Vorwurfs von möglicherweise unseriöser Subjektivität wird dabei auch sichtbar. Denn natürlich gibt es im Web - wie damals für die ersten New Jounalists - ein Qualitätsproblem bei vielen &#8216;ungebändigten&#8217; Autoren, die nicht einer redaktionellen Kontrolle unterliegen.  Da werden Texte leicht mal zu einem solipsistischen Geschreibsel, gezeichnet vom Dämon eines Realität und Fiktion verwischenden Narzissmus, der im Vexierspiel als Agent Provocateur Kompensation für möglicherweise fehlende Akzeptanz im echten, sinnlich erfahrbaren Leben sucht – vor Allem bei Bloggern kann es ein selbstgefälliges Verharren in der Ironiefalle des &#8216;Alles-sagen-dürfen&#8217; werden, wenn kein ernsthafter Lektor mal die Hand auf die Tastatur legt. (Dazu kürzlich hier der Gastbeitrag &#8220;Nackt im Netz&#8221;.) [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[&#8230;] So wurden etwa investigative und aufrüttelnde Reportagen über das Leiden der Minderheiten und den Aufstand der buddhistischen Mönche vorletzten Sommer in Birma  im &#8220;Irrawaddy&#8221; publiziert, einer online- und print-Zeitung mit literarisch ansprechendem Magazinteil, die zwar von Exilanten in London herausgegeben wird, aber auch von Autoren aus Birmas Innenperspektive mit &#8216;verbotenen&#8217; Texten gefüttert wird. Nur eins von vielen Beispielen, an denen sich erkennen läßt, wie der New Journalism im Web fortlebt, dabei aber durch die ständige Aktualisierungsmöglichkeit, die Interaktivität und Multimedialität zwangsläufig die Form ändert - zugunsten der Leser! Aber die Parallele des eingangs erwähnten Vorwurfs von möglicherweise unseriöser Subjektivität wird dabei auch sichtbar. Denn natürlich gibt es im Web - wie damals für die ersten New Jounalists - ein Qualitätsproblem bei vielen &#8216;ungebändigten&#8217; Autoren, die nicht einer redaktionellen Kontrolle unterliegen.  Da werden Texte leicht mal zu einem solipsistischen Geschreibsel, gezeichnet vom Dämon eines Realität und Fiktion verwischenden Narzissmus, der im Vexierspiel als Agent Provocateur Kompensation für möglicherweise fehlende Akzeptanz im echten, sinnlich erfahrbaren Leben sucht – vor Allem bei Bloggern kann es ein selbstgefälliges Verharren in der Ironiefalle des &#8216;Alles-sagen-dürfen&#8217; werden, wenn kein ernsthafter Lektor mal die Hand auf die Tastatur legt. (Dazu kürzlich hier der Gastbeitrag &#8220;Nackt im Netz&#8221;.) [&#8230;]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: ff</title>
		<link>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-9757</link>
		<author>ff</author>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2009 15:21:05 +0000</pubDate>
		<guid>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-9757</guid>
		<description>man sollte aber nicht die positiven aspekte, oder besser gesagt potentiale, vergessen. blogs können manchmal auch druck auf die gesellschaftlichen diskurse ausüben. unter gewissen bedingungen stellen sie sogar eine gegenöffentlichkeit dar.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>man sollte aber nicht die positiven aspekte, oder besser gesagt potentiale, vergessen. blogs können manchmal auch druck auf die gesellschaftlichen diskurse ausüben. unter gewissen bedingungen stellen sie sogar eine gegenöffentlichkeit dar.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Maike</title>
		<link>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-9697</link>
		<author>Maike</author>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2009 11:40:06 +0000</pubDate>
		<guid>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-9697</guid>
		<description>Die meisten Blogger tummeln sich doch auch bloß in ihren Cliquen, in denen traditionelle Verhaltensmuster gelten: sich gegenseitig lobhudeln, von anderen abgrenzen (lächerlich machen),  Tunnelblick auf die eigene "Wichtigkeit", Profilierungssucht mit halbprivatem Skandalgeschwätz ohne wirkliche gesellschaftliche Relevanz, sprachlich gefangen in ihren selbstgeschaffenen restringierten Codes.
Die könnten zum Zwecke der Geselligkeit gleich twittern. (Ob das in Frankreich besser ist, kann ich nicht beurteilen, aber auch nicht so recht glauben.)
Jedenfalls sind nach dem Ausmisten meines feedreader gerade mal eine handvoll Blogs drin geblieben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Blogger tummeln sich doch auch bloß in ihren Cliquen, in denen traditionelle Verhaltensmuster gelten: sich gegenseitig lobhudeln, von anderen abgrenzen (lächerlich machen),  Tunnelblick auf die eigene &#8220;Wichtigkeit&#8221;, Profilierungssucht mit halbprivatem Skandalgeschwätz ohne wirkliche gesellschaftliche Relevanz, sprachlich gefangen in ihren selbstgeschaffenen restringierten Codes.<br />
Die könnten zum Zwecke der Geselligkeit gleich twittern. (Ob das in Frankreich besser ist, kann ich nicht beurteilen, aber auch nicht so recht glauben.)<br />
Jedenfalls sind nach dem Ausmisten meines feedreader gerade mal eine handvoll Blogs drin geblieben.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: wf</title>
		<link>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-9658</link>
		<author>wf</author>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2009 11:24:01 +0000</pubDate>
		<guid>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-9658</guid>
		<description>Die Fähigkeit zur kritischen Rezeption - egal in welchem Medium - steht und fällt mit dem Bildungshintergrund. Deshalb ist die Kardinalfrage wohl, ob das Web, gerade durch meinungsbildende Blogs, diesen erweitern kann. 
Ich würde das vorsichtig, aber prinzipiell bejahen und die jetzt zu beobachtenden Auswüchse an narzisstischer Selbstdarstellung und "Verrohung" nicht höher hängen, als man das bei Pubertierenden in der entwicklungsbedingten Selbstbewusstwerdung und Ambivalenz ihrer Individualisierung erwartet. 
Wenn Buchautor Lovink in der Blogkultur "neue soziale Paradigmen" zu erkennen glaubt, ist mir das zu schwammig, weil Veränderungsprozesse ganz einfach Teil der kulturellen Evolution sind.  Seien wir doch froh, dass die Denk- und Verhaltensnormierungen der Moderne, die sich offenbar als untauglich für die künftige Weltgestaltung erweisen, von der postmodernen Polyphonie weggejazzt werden.
Die Sinn-Regeln einer kontrapunktierten Stimmführung eignet man sich auch durch 'learning by doing' an.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Fähigkeit zur kritischen Rezeption - egal in welchem Medium - steht und fällt mit dem Bildungshintergrund. Deshalb ist die Kardinalfrage wohl, ob das Web, gerade durch meinungsbildende Blogs, diesen erweitern kann.<br />
Ich würde das vorsichtig, aber prinzipiell bejahen und die jetzt zu beobachtenden Auswüchse an narzisstischer Selbstdarstellung und &#8220;Verrohung&#8221; nicht höher hängen, als man das bei Pubertierenden in der entwicklungsbedingten Selbstbewusstwerdung und Ambivalenz ihrer Individualisierung erwartet.<br />
Wenn Buchautor Lovink in der Blogkultur &#8220;neue soziale Paradigmen&#8221; zu erkennen glaubt, ist mir das zu schwammig, weil Veränderungsprozesse ganz einfach Teil der kulturellen Evolution sind.  Seien wir doch froh, dass die Denk- und Verhaltensnormierungen der Moderne, die sich offenbar als untauglich für die künftige Weltgestaltung erweisen, von der postmodernen Polyphonie weggejazzt werden.<br />
Die Sinn-Regeln einer kontrapunktierten Stimmführung eignet man sich auch durch &#8216;learning by doing&#8217; an.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Madmax0815</title>
		<link>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-9651</link>
		<author>Madmax0815</author>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2009 00:21:57 +0000</pubDate>
		<guid>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-9651</guid>
		<description>Das meiste, was hier an negativen Auswüchsen der Bloggerei angelastet wird, trifft ja auf die traditionellen Print- und TV-Medien erst recht zu, etwa:
"Inhalt - als content ohnehin eines der schwierigsten Elemente des Netzes - gerät damit zum Strukturelement; er wird nicht nach Bedeutung, sondern nach Wirkung, vor allem nach extremer Wirkung gewählt. Damit werden politische Inhalte und Ziele wie Toleranz, Offenheit und Gemeinsinn in den Hintergrund gedrängt zum Vorteil von politischen Skandalen, die Aufmerksamkeit versprechen."
Genau diese Haltung, aufs Gefährlichtse verbunden mit  riesigen Geldmitteln und mafiösen Strukturen, trifft auf die bürgerlich-traditionelle Medienlandschaft (zum Zwecke von Machterhalt/-gewinn) zu - man stöbere doch mal etwas bei Adorno und Marcuse.
Die Blogs als "Tage- und Notizbücher im neuen Medium" haben gerade in ihrer Privatheit oft aufklärerische und subversive Funktion (siehe Birma, China, Russland u.v.a.), die einer Demokratisierung Richtung "offene Gesellschaft" förderlich sein können.
Von einem "zunehmenden Rückzug der Gesellschaft in den privaten Bereich" kann dabei wohl kaum die Rede sein, es entstehen vielmehr Solidargruppen, die sich durch gegenseitige Wissensvermehrung erweiterte Kompetenzen erarbeiten und so Einfluss ausüben können.
Natürlich ist es richtig, dass im Internet oft die "Qualitätskontrolle" durch Recherche und Referenzquellen fehlt, aber ist das in den traditionellen Medien wirklich besser? Ich kenne genug Redakteure auch in "Qualitätsmedien", die nix anderes tun als DPA-Meldungen ungeprüft abschreiben und nach dem Prinzip "Stille Post" mit etwas eigenem Senf verfälschen - mittlerweile schreibt man ja auch gern von den Bloggern ab, weil die mehr "fetzen".
Und die Vermutung "der Umstand, dass alles gesagt respektive geschrieben werden kann, ohne dass es im Wesentlichen irgendjemanden stört" ist genauso zutreffend aber irrelevant wie das Sich-Aufregen über irgendein Stammtischgeschwätz, weil sich auch im Web die Spreu vom Weizen langsam trennt und viele "User" sehr wohl zwischen Dödelgeplapper und Anhörbarem unterscheiden können.
Sehr verwegen ist auch die Annahme "... verschärft ein Problem der Moderne, das auch in den medial nicht derart stark aufgerüsteten Gesellschaften bereits präsent ist: die Wirkungslosigkeit der individuellen Handlung in der Individualisierung der gesellschaftlichen Struktur."
Das Individuum war ja im Mittelalter, im real existierenden Sozialismus, in Religionsgemeinschaften usw. in machtlosen und abhängigen Kleinstrukturen noch viel wirkungsloser als in dem existenzialistischen "Geworfensein" in eine Konsumgesellschaft, der man sich aber aus eigener (Denk-)Kraft zumindest partiell entziehen und sogar seine Stimme hörbar erheben kann.
In Frankreich ist man übrigens hinsichtlich existenzieller Grundnutzung des Bloggens schon etwas weiter: dort gibt es z.Z. 2,5 Mio aktive Blogs (Dtl. 400.000), von denen sich der Großteil mit konkreten sozialen Problemen und politischen Mißständen befasst (Sartre lässt grüßen!)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das meiste, was hier an negativen Auswüchsen der Bloggerei angelastet wird, trifft ja auf die traditionellen Print- und TV-Medien erst recht zu, etwa:<br />
&#8220;Inhalt - als content ohnehin eines der schwierigsten Elemente des Netzes - gerät damit zum Strukturelement; er wird nicht nach Bedeutung, sondern nach Wirkung, vor allem nach extremer Wirkung gewählt. Damit werden politische Inhalte und Ziele wie Toleranz, Offenheit und Gemeinsinn in den Hintergrund gedrängt zum Vorteil von politischen Skandalen, die Aufmerksamkeit versprechen.&#8221;<br />
Genau diese Haltung, aufs Gefährlichtse verbunden mit  riesigen Geldmitteln und mafiösen Strukturen, trifft auf die bürgerlich-traditionelle Medienlandschaft (zum Zwecke von Machterhalt/-gewinn) zu - man stöbere doch mal etwas bei Adorno und Marcuse.<br />
Die Blogs als &#8220;Tage- und Notizbücher im neuen Medium&#8221; haben gerade in ihrer Privatheit oft aufklärerische und subversive Funktion (siehe Birma, China, Russland u.v.a.), die einer Demokratisierung Richtung &#8220;offene Gesellschaft&#8221; förderlich sein können.<br />
Von einem &#8220;zunehmenden Rückzug der Gesellschaft in den privaten Bereich&#8221; kann dabei wohl kaum die Rede sein, es entstehen vielmehr Solidargruppen, die sich durch gegenseitige Wissensvermehrung erweiterte Kompetenzen erarbeiten und so Einfluss ausüben können.<br />
Natürlich ist es richtig, dass im Internet oft die &#8220;Qualitätskontrolle&#8221; durch Recherche und Referenzquellen fehlt, aber ist das in den traditionellen Medien wirklich besser? Ich kenne genug Redakteure auch in &#8220;Qualitätsmedien&#8221;, die nix anderes tun als DPA-Meldungen ungeprüft abschreiben und nach dem Prinzip &#8220;Stille Post&#8221; mit etwas eigenem Senf verfälschen - mittlerweile schreibt man ja auch gern von den Bloggern ab, weil die mehr &#8220;fetzen&#8221;.<br />
Und die Vermutung &#8220;der Umstand, dass alles gesagt respektive geschrieben werden kann, ohne dass es im Wesentlichen irgendjemanden stört&#8221; ist genauso zutreffend aber irrelevant wie das Sich-Aufregen über irgendein Stammtischgeschwätz, weil sich auch im Web die Spreu vom Weizen langsam trennt und viele &#8220;User&#8221; sehr wohl zwischen Dödelgeplapper und Anhörbarem unterscheiden können.<br />
Sehr verwegen ist auch die Annahme &#8220;&#8230; verschärft ein Problem der Moderne, das auch in den medial nicht derart stark aufgerüsteten Gesellschaften bereits präsent ist: die Wirkungslosigkeit der individuellen Handlung in der Individualisierung der gesellschaftlichen Struktur.&#8221;<br />
Das Individuum war ja im Mittelalter, im real existierenden Sozialismus, in Religionsgemeinschaften usw. in machtlosen und abhängigen Kleinstrukturen noch viel wirkungsloser als in dem existenzialistischen &#8220;Geworfensein&#8221; in eine Konsumgesellschaft, der man sich aber aus eigener (Denk-)Kraft zumindest partiell entziehen und sogar seine Stimme hörbar erheben kann.<br />
In Frankreich ist man übrigens hinsichtlich existenzieller Grundnutzung des Bloggens schon etwas weiter: dort gibt es z.Z. 2,5 Mio aktive Blogs (Dtl. 400.000), von denen sich der Großteil mit konkreten sozialen Problemen und politischen Mißständen befasst (Sartre lässt grüßen!)</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Markus</title>
		<link>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-9650</link>
		<author>Markus</author>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2009 23:06:15 +0000</pubDate>
		<guid>http://oxnzeam.de/2009/02/27/nackt-im-netz/#comment-9650</guid>
		<description>"Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch" - allerdings meist nicht von selbst, um Friedrich Hölderlin zu ergänzen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch&#8221; - allerdings meist nicht von selbst, um Friedrich Hölderlin zu ergänzen.</p>
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